Montag, 6. März 2017





IST ER SCHON DA
ODER DAUERT ES NOCH?


In keiner Jahreszeit findet so ein Hin und Her statt wie im Vorfrühling.

Noch am Wochenende hatte es sehr starken Föhn und Temperaturen bis fast 20 Grad. 

Auf der Terrasse und im Garten war schon viel ans Werkeln zu denken und zum Teil schon gemacht, das Sitzen an der Sonne hat gut getan und der Geruch in der Nase erzählte von Frühlingsdüften.



Und heute Morgen Schnee fast in Greifweite und 3 Grad Frühtemperatur




Das Licht des Tages hat sich schon ein großes Stück von der Nacht zurückerobert, sodass unsere Jüngste ganz verwirrt war, dass es schon sechs Uhr abends ist und doch total hell.

Die Energie des Winters ist irgendwie noch nicht richtig abgeschlossen, selbst wenn die Wiesen schon grün werden.

Es dauert, bis die langen Tage wieder vertraut sind, so wie wir uns vertraut machen dürfen, aus den langen und immer wiederkehrenden "Winterschlafen" aufzuwachen.




Es ist noch so viel hin und her in der Luft und etwas davon auch in uns.

Ich habe große Hochachtung vor den Schneeglöckchen, es sind die Blumen, die am meisten zwischen den Welten sich behaupten müssen.

Kaum sind sie da, deckt der Schnee sie wieder zu, mal können sie sich richtig über die Sonne freuen, spätestens ein paar Tage später zittern sie im Frost.

Sie sind so unendlich zart und doch von einer Zähigkeit, die ich mir gerne zu eigen machen möchte.




Ein wenig Winter und etwas Frühling tragen sie in ihrem Namen, in der Farbe die Erinnerung an das Kalte und Weiße doch ihre Form läutet das Helle, Warme, Bunte ein.





Sie erzählen vom Durchbruch aus der dunklen und kalten Erde ins Licht der wiederkehrenden Sonne, vom Kampf ums Überleben aber auch von der Verbindung zwischen der Wurzel und der Blüte.

Es ist zu schaffen, sagen sie, es braucht nur Mut und den unbeirrbaren Willen, hinauszuwachsen über die eigenen Hürden.




Unerschütterlich streben sie ihrer Bestimmung entgegen, ohne sich aufhalten zu lassen. Sie schenken uns Gewissheit, dass jede dunkle Zeit zu überstehen und Wiedergeburt möglich ist.




Ach ja, und dann dürfen sie sich auch noch gegen die Farbklekse, die laut und unübersehbar ihre Köpfe in die Luft strecken, durchsetzen.






Auf den ersten Blick übersieht man die kleinen Glöckchen gerne, zu strahlend und leuchtend sind die anderen Frühlingsblumen.

Wenn ich in den Strassen unterwegs bin, sehe ich das gleiche Bild. So viele Menschen vergraben ihre Gesichter in den traurigen Erinnerungen an das Ungeliebt- und nicht angenommen sein, in den Schmerzen der Einsamkeit und Kälte.

Und andere, die ihre Eitelkeiten offen mit sich tragen und versuchen, mit ihrem glänzenden Schein ein wenig Aufmerksamkeit zu bekommen für ihre leere Seele.





Doch nichts ist zu tun, als dem inneren Plan zu lauschen, die Schritte sich an ihm auszurichten und dann zu sein, wie wir jenseits aller Vorstellungen und Konzepte gedacht waren.





März heißt Samen säen, die genährt aus der Wurzelkraft irgendwann mal ihrer Entfaltung entgegen wachsen.









Kommentare:

  1. wunderschöne Fotos sind das und so ein poetischer Text. sehr schön
    Liebe Grüße
    susa

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  2. Genau, ganz wunderbarer Fotos mit einem wieder zum Nachdenken anregenden Text.
    Liebe Grüße Petra

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  3. Liebe Veronika, wie Elflein sehen sie aus, Deine Schneeglöckchen, wundervolle Fotos - und dabei sind sie, die Zarten, doch so stark, dass sie selbst Schnee wegschmelzen können und bei all dem Unwirtlichen dieses Vorfrühlings bereits ihre Blüte entgegensetzen.
    Der März ist der Keimling, er ist das Märzlicht, der Monat, der den ersten Frühlingsvollmond und die Tages- und Nachtgleiche bringt. Und die Farben endlich wieder klar hervortreten lässt. Der die Keimlein mit seinem Zug nach oben die Erde durchbrechen lässt. Ach, er ist so wundervoll...
    Hab´s ganz fein, liebe Veronika, ich feiere hier mit Pinsel und Farbe, Deine Méa

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  4. Liebste Veronika,
    was soll ich da jetzt noch schreiben...DANKE
    du hast das, was den Frühling ausmacht, in so wundervollen Worten zu Papier gebracht.
    Ich liebe es, wenn du deine Gedanken mit uns teilst.
    Und ich liebe den Frühling...so zart und zerbrechlich und doch so voller Kraft und Mut.
    Nehmen wir uns ein Beispiel an ihm...bleiben wir zart aber auch mutig
    Allerliebste Frühlingsgrüße
    Barbara

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  5. auf leisen SOHLEN,,, aber sicher kommt er der FRÜHLING,,,

    hob no an feinen TOG
    bis bald de BIRGIT

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  6. Welch wahre Worte! Die Schneeglöckchen können aber etwas, was uns meist nicht gelingt. Ist das Wetter schlecht, legen sie sich nieder, kommt die Sonne, stehen sie auf.

    Sigrun

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