Montag, 5. Februar 2018





ZWISCHENLAND



Elbe bei Brunsbüttel

Ich weiß nicht, wie es Euch allen geht, aber ich komme nicht mehr hinterher.

Nicht mehr mit der Zeit, nicht mehr mit den to-dos und schon gar nicht mehr mit den Gedanken, die sich ständig um Dinge kümmern, die vor-hinter-neben-oben-mir sind.



Elbe bei Brunsbüttel

Hört sich vielleicht gestresst an, aber das trifft es nicht wirklich. Das Arbeitspensum ist zu schaffen, ich setze mich schon lange nicht mehr so unter Druck wie früher, mein Perfektionsanspruch ist auf ein erträgliches Maß geschrumpft und die Möglichkeit, die Zeit weitestgehend frei einteilen zu können, ist sehr erleichternd.



Elbe bei Brunsbüttel

Daher frage ich mich, woher das Gefühl kommt, dass alles zu viel ist.

Und eigentlich liegt die Antwort mir schon zu Füßen oder vor den Augen oder sonst wo. 

Ich bekomme alles mit, alles, was in der Luft liegt, alles, was sich im energetischen Raum abspielt, alles, was unsere Spezies vermüllt mit Gedanken, Emotionen und natürlich auch Taten. Ich bin in dem großen ganzen Feld mit drin und kann meinen Kopf nicht rausstrecken und andere Luft einatmen. 



Allgäu

Rush-hour, Überholspur, high-speed  und Informationsflut, wer mag das? Ich auf alle Fälle nicht, und klar, ich muss ja nicht mitmachen, wenn ich nicht will, aber ich spüre immer wieder, dass es eben nicht nur darum geht, nicht dabei zu sein, sondern sich auch innerlich richtig zu distanzieren.

Nach Quantenphysik ist alles miteinander verwoben, daher geht es ja gar nicht, dass ich völlig losgelöst sein kann.
(wäre aber hin und wieder mal angenehm)



Bodensee Bregenz

Der Januar war dieses Jahr so seltsam anders als sonst, weil er stürmisch war und laut und warm und hell und fast schon bunt.

Das ist alles gut, aber alles zu seiner Zeit und der Januar sollte zwei Gesichter haben. Eines, das auch noch in die Tiefe blickt und nicht nur nach vorn. Und eines, das nur weiß und still ist und nicht aufgeregt.

Vielleicht hält uns die Natur tatsächlich den Spiegel vor die Nase und zeigt, wo und wie wir unterwegs sind.

Wenigstens gab es zwischendurch auch Stimmungen, die ruhig und zentriert waren.



Leuchtturm Lindau Insel

Wasser hilft immer - ob hier am Bodensee oder an der Nordsee, wo ich die vergangenen Tage war, um auch mich neu zu zentrieren.




Brunsbüttel Elbe

Wasser holt mich immer ab (und natürlich auch der Wind), wie weit ich mich entfernt haben mag von meinen Wurzeln und meinem Inneren und wie stark die Fangarme der Krake Gesellschaft auch sind. 

Es zeigt mir immer den Weg zurück und leert mich vom ganzen Ballast und flutet mich mit seiner unbeherrschbaren Kraft.



St. Margarethen Elbe

Ich liebe die Elbe an dieser Stelle besonders, weil sie sich da mit der Nordsee verbündet, weil sie hier ihre Vollendung findet und die Quelle in das große Ganze einbringt.
Ultimativ und unantastbar klar ist das Bild.




Hier habe ich die Januarstille, die ich vermisst habe, gefunden. Ganz radikal und reduziert, wie ich es mir wünschte. 

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Mal sehen, was der Februar bringt. Ab 16.2. beginnt die Leberzeit und das große Reinemachen, innen und außen. 

Alles, was noch Platz einnimmt, obwohl es schon längst entsorgt gehört - im Innen wie im Außen - darf sich langsam bereit machen für den Rauswurf.



Bregenz Hafen


Jener Leuchtturm in mir weiß es, welches Schiff den Hafen verlässt und welches bleiben darf. Es ist gut, ihn zu fragen.

Zwischen der Reinigung und der neuen Saat liegen - so hoffe ich, noch Zwischenwelten, ein leerer Raum, lediglich mit nichts gefüllt, der nicht leicht auszuhalten ist, der aber der einzige Nährboden ist für eine wirklich neue Saat.

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Elbe bei Brunsbüttel



Einen Februar der Reinigung und der Leere wünsche ich mir und Euch allen.





Kommentare:

  1. Liebe Veronika, wunderschöne Bilder und wahre Worte finde ich in deinem Post.
    Sehr angenehm zu wissen das es anderen auch ähnlich geht wie es auch mir manchmal geht.Seit ich in Pension bin, habe ich meine Einstellung zu gewissen Dingen sehr verändert und allmählich spüre ich wie gut das tut.
    Deine Texte berühren mich sehr, danke für die schönen Beiträge.
    Liebe Grüße Edith

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    1. Liebe Edith,

      von Herzen danke für Deinen Besuch und Deine Zeilen.
      Das sind die wundervollen Seiten, wenn man älter wird. Gelassener, geduldiger, entspannter - vor allem mit sich selbst. Wird ja auch irgendwann mal Zeit dafür.

      Ich freue mich, wenn meine Posts Dich berühren.

      Herzliche Grüße vom Ländle
      Veronika

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  2. Liebe Veronika,
    das ist prima, dass dir das Wasser immer hilft, dich zu zentrieren.
    Bei mir war der Januar auch ein sehr stiller Monat ... ich bin noch tiefer in mich "eingetaucht", wenn man das mal so nennen kann. Ich hatte keine Lust mehr (bzw. als innere Einstellung) irgendetwas zu tun, irgendwo hin zu gelangen (dies hatte ich mir vorher nämlich auch unbewusst auferlegt - etwas tun zu müssen, etwas erschaffen zu müssen, erreichen zu müssen im Leben). Ich hatte mir unbewusst eigentlich selbst auferlegt, was mich an der "Gesellschaft" so stört. Dieses ganze hektische Treiben ... immer nach außen ... mehr, mehr, mehr ...neu, neu, neu ... besser, weiter, höher. Und ahhh... was für eine Entspannung, zu wissen, dass gar nichts erreicht werden muss. Sich selbst zu erlauben, einfach nur zu sein. Und da innen ist es so ruhig, so wohlig und ich fühle mich da so geborgen.
    Wunderschön wieder deine Himmel-Wasser-Bilder! Danke für's Teilen!
    ♥ Ulrike

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    1. Liebe Ulrike,

      ich habe bei Deinen Worten gerade geschmunzelt. Letztes Jahr am Jahreswechsel auf 2017 ist mir das so krass aufgefallen, dass ich ständig aufgefordert wurde, Ziele zu setzen, Visionen zu schaffen, endlich loszulegen, Pläne umzusetzen etc. Und da kamen mir genau die gleichen Gedanken wie Dir. Gar nix muss ich. Hach Du schreibst es so herrlich - sich zu erlauben, einfach nur zu sein. Das trifft es so auf den Punkt. Alles andere macht früher oder später krank, denn jedes nicht erreichte Ziel frustriert, zu viel Pläne stressen und die Ansprüche an sich selbst, noch besser zu werden, ignorieren die Perfektion des Seins.

      Herrlich ist das, in sich zu ruhen. Ich glaube, da bleiben wir noch eine ganz lange Zeit lang, gell!!

      Herzensgrüße
      Veronika

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    2. Liebe Veronika,
      das ist so schön, dass Du das auch so erlebt hast. :-)
      Ja, wir dürfen da gerne ewig bleiben, vielleicht kommen wir ja immer noch ein Stückchen tiefer (was natürlich kein Anspruch ist ;-) Sich einfach fallen zu lassen. Dort tief in sich ruhen. Und wenn dann daraus etwas entsteht, ohne noch so subtilen Zwang, dann darf es entstehen. Natürlich ... unseren Alltagspflichten nachkommen, gerade wenn man Kinder hat ... aber sonst keine Ansprüche mehr ... vor allem nicht an sich selbst.
      Ich schaue mir oft die Monats-Botschaften von Silke Schäfer auf YouTube an. Die von Februar passt total gerade ... für das ganze Jahr. :-)
      Und auch mein Gesangsunterricht (ich habe da wohl die besten Lehrer der Welt gefunden ;-) bringt mich wundervoll nach innen. Der Ton kommt am kräftigsten, wenn man alles zulässt (auch Kratzen in der Stimme) und ohne Druck und Wollen einfach weiter singt, alles zulassen ... auch die Blockaden. Das Ganze kommt dann irgendwann von allein, wenn man gar nichts mehr will. Die kraftvollsten Töne, wenn man am entspanntesten ist.
      Der Nebeneffekt vom Entspannen ... es fühlt sich sooo gut an. :-)
      Es darf in die Tiefe gehen, nicht nach außen.
      Ich wünsche Dir viel Zeit in Dir, bei Dir, mit Dir ... wie auch immer.
      Alles Liebe
      Ulrike

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    3. Ist doch schon interessant - alles geht im entspannten Zustand am besten. Wobei Adrenalin ja nicht schlecht ist, hat auch seine Berechtigung im richtigen Moment.

      Ja in die Tiefe sollen/dürfen wir alle gehen. Oberflächlichkeit gibt es schon mehr als genug.

      Ein wundervolles Wochenende für Dich und mit Dir.

      Herzensgrüße
      Veronika

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  3. Liebe Veronika
    ja, auch ich fühle mich wohl am Wasser und kann mich prima zentrieren und innerlich zur Ruhe kommen. Alles vergessen und nur noch ich und das Meer. Ich lebe in Cuxhaven zog vor 5 Jahren dort hin und ich bereue keine Sekunde dort zu sein.
    Das grosse Meer der Bodensee kenne ich als Schwabenmädchen sehr gut die Klassenausflüge wurden dort verbracht und so manche Wochenenden.
    Deine Bilder sind wunderschön und ich hoffe du konnest viel Kraft tanken dort.Moment ist es zu ruhig bei mir gerade und ich bräuchte mehr Lebendigkeit so sehne ich mich jeden Morgen zum Meer und steige deswegen aufs Fahrrad und gehe spazieren am Strand.Der Wind, das Wasser oder das Watt es hat so was bewegendes für mich und Menschen die wie ich so denken ach ist das schön und durch atmen.
    So wünsche ich dir einen erfolgreichen Februar um Herz und Seele zusammen zufügen ich sage immer das fühlt sich glücklich an um zufriedener zu werden ob es stimmt für mich ja....
    Lieben Gruss Elke

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    1. Liebe Elke,

      einen herzlichen Dank für Deinen Besuch bei mir und Deinen Kommi.
      Cuxhaven, da sehe ich ja hinüber vom Deich in Brunsbüttel.

      Du hast es richtig gut, jeden Morgen ans Meer zu gehen. Aber wenigstens habe ich den Bodensee, ist ja auch wunderbar, vor allem, weil vom Ufer in Lindau und Bregenz das andere Ufer nicht zu sehen ist. Das hat was von Meer, nur die Luft dazu fehlt.

      Auch Dir einen Februar, der die Wurzelkraft stärkt für die kommende Zeit.

      Alles Liebe
      Veronika

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  4. Dein Post hat mich richtig berührt, weil ich vor nicht allzu langer Zeit, ebenso gefühlt habe und teilweise noch fühle, denn es ist schwer, sich zu lösen. Vielleicht sogar unmöglich. Aber man kann schon abschalten, bei mir sind es einfach Orte der Ruhe, von denen es noch sehr viele gibt, bei uns ist es der Wald und man hat viel Gelegenheit mit sich und mit der Natur alleine zu sein.
    Mit der Quantenphysik habe ich mich auch beschäftigt und wenn man sagt, dass alles zusammenhängt, dann stimmt das zwar, trifft es aber nicht ganz. Besser würde man sagen alles ist eins. Und darin liegt sehr viel Ruhe, denn all die Hektik und Unruhe unserer Gesellschaft findet sich zwar in diesem Einen, aber es ist verschwindend wenig, so wenig, dass man es kaum spürt.
    Ich wünsche Dir alles Gute und ein schönes Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Lieber Wolfgang,

      das ist wunderbar, wenn Dich mein Post berührt und erreicht.
      Ja, die Orte finden, die Ruhe und Kraft schenken, dann ist eigentlich alles gut.

      Du hast mir mit Deinen Worten unglaublich viel "Nachdenk- oder Nachspürpotential" geliefert. Wenn wir den Quantenraum bewußt wahrnehmen lernen, dann ist es völlig richtig, dass das irdische Getue im Außen eigentlich fast nicht existent ist, so unendlich klein und irgendwie unwichtig ist es. Ich sag halt immer, es ist so laut, dass es fast nicht zu überhören ist. Umso wichtiger ist es, die Stille aufzusuchen, denn da verschwindet das Laute und die anderen Ebenen tauchen plötzlich auf.

      Eine feine Zeit mit vielen stillen Momenten
      Herzliche Grüße
      Veronika

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    2. Liebe Veronika,
      diesen Raum bewusst wahr zu nehmen ist auch eine Idee, die ich verfolge, und die einfach da war, nachdem ich angefangen hatte, mich mit Quantenphysik zu beschäftigen. Ich finde es schön, dass Du das Gleiche versuchst. Das scheint ja dann eine Idee zu sein, die gar nicht so abwegig ist.
      Kennst Du Hans Peter Dürr?
      Mittlerweile versuche ich auch mich in den Buddhismus einzulesen. Anscheinend gibt es da eine Verbindung. Aber mir fällt das nicht leicht und in Worte kann ich es schon gar nicht fassen. Wie will man auch mit Worten etwas beschreiben, dass wir eigentlich kaum erfassen können, das quasi außerhalb unserer Welt liegt?

      Viele liebe Grüße
      Wolfgang

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    3. Lieber Wolfgang,

      ich glaube, das ist die einzige Idee, die nicht nur eine subjektive Wahrheit ist. Vielleicht ist es auch gar keinen Raum, denn das ist schlussendlich nur eine menschliche Vorstellung, dass es Raum gibt. Es ist jenseits davon.
      Ich finde das englische Wort "space" treffender, das enthält, zumindest für mich, alles. Du sagst es aber richtig, es ist nicht in Worte zu fassen, weil sie auch nur einen winzigen Teil beschreiben können.
      Ich kenne Dürr nicht, habe gerade eine kurzes Interview angesehen, ja es trifft es genau.
      Ich beschäftige mich im Moment mit Joe Dispenza, der die wissenschaftliche Seite mit einbringt.

      Im Buddhismus denke ich, findest Du unglaublich viele Antworten darauf. Vor über zwanzig Jahren war ich mal bei einem Retreat eines hohen tibetischen Lamas und es gab die Übung "focussing in space" - wo man nicht einen Punkt fixiert, sondern dazwischen hindurch sieht. Da kann der Verstand nicht mehr mit und es ist möglich, in ein anderes Feld, jenseits von allem, einzutauchen. Ich wusste damals von all den Dingen nichts, aber es war ein grandioses Erlebnis.

      Es gab vor im Herbst letzten Jahres die Lebensenergiekonferenz, unter anderem mit einem Interview zwischen Bernd Kolb (Atman-Projekt) und Geshe Michael Roach - da kann man auch tief eintauchen in die buddhistische Welt.

      Es gäbe viel zu schreiben dazu, aber ich mag Dich nicht zutexten.

      Herzliche Grüße
      Veronika

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  5. Liebe Veronika,
    ja, manchmal geht es mir auch so, dass ich das Gefühl habe, all die Dinge, die ich machen sollte, nicht zu schaffen. Genau dann, nehme ich mir eine Auszeit und unternehme was mit meiner Tochter oder meinem Mann. Besuche Freunde und mache einfach das, wozu ich Lust habe. Ich drehe der Atbeit quasi den Rücken zu und das hilft mir immer sehr. Jeder braucht seine Auszeit. Wasser mag ich auch sehr, sehr gerne. Es beruhigt mich und holt mich ein wenig herunter, wenn ich Stress habe.
    Deine Bilder sind traumhaft schön.
    Liebe Grüße,
    Christine

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    1. Liebe Christine,

      schön langsam kommt man dem Leben schon auf die Schliche, gell. Denn genau das mache ich auch - eine Auszeit, wenn sich die Arbeitsberge türmen. Nichts ist so wichtig, als dass es nicht warten könnte, nur auf sich selbst sollte man nicht warten. Das ist mit der Dauer sehr ungesund.

      Liebe Grüße auf den Berg
      Veronika

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