Donnerstag, 23. März 2017







Ich will mir selber ein Versprechen sein,
mich zu nähern meinem großen Wesen,
das sanft in meinem Herzen ruht.


Ich will ihm ein Versprechen sein,
aus all dem Gewesenen ein Bild zu flechten
mit den Tränen, mit dem Lachen und mit meinem Blut.


Ich will dem Leben ein Versprechen sein
In meinen farberdachten Seiten lesen
und ans Tageslicht zu gehen mit meinem ganzen Mut







Dienstag, 21. März 2017




FRÜHLING

es geht mir zu schnell. 

Vermutlich bin ich auch die einzige, die angesichts der warmen Temperaturen, der frischen grünen Wiesen und des Vogelgezwitschers so etwas von sich gibt.

Mittlerweile sind Krokusse und Schneeglöckchen verblüht, aus dem ersten Bärlauch ist schon Pesto geworden, in der Wachau blühen die Marillenbäume, unser Sohn ist in kurzen Hosen unterwegs und wenn es in diesem Tempo weitergeht, fängt die Badezeit bald an.

Also es geht mir zu schnell






 Der März war immer mein Eingewöhnungsmonat, nicht mehr Winter und kaum Frühling, es roch aber anders als vorher, das Licht wurde schärfer und kompakter und die Bauern wagten sich wieder auf die Felder.

Aber nur ein bisschen, um den brach liegenden Boden zu lockern, Nährstoffe einzubringen und mitunter die erste robuste Saat.





Zumindest kann ich mich an solche Märzzeiten erinnern, ein langsames Eintauchen in eine erwachende Natur, ein vorsichtiges Ahnen der Frühlingswinde und ein bisschen Sehnsucht nach Barfusslaufen und Eis am Stiel





Aber jetzt ist alles über Nacht da, bääämmmm und die Rasenmäher rattern und die Gartenmärkte quellen über, die Griller werden rausgestellt und die kurzen Hosen - wie gesagt.

Ein großer Run auf Sommermode und die Schokoeier 






Es geht einfach kaputt, die Einfühlbarkeit in die Qualitäten der Zeit. Vielleicht ist die Natur auch nur unser Spiegel, in den wir sehen und entdecken, dass wir immer unserer Zeit voraus sind, immer. 





So lege ich mich mit meiner Kamera in die Wiese,  auf Augenhöhe mit den Pflanzen und versuche, den Puls des Bodens zu fühlen und die Langsamkeit in den Knospen und das zaghafte Blühen und das vorsichtige Summen und das erwartungsvolle Aufwachen zu erahnen.

Ich mag dem allem so Zeit lassen und mir selbst.









Montag, 13. März 2017





NOCH TRÜGERISCH 
IST ES DRAUSSEN

Seit ein paar Tagen scheint die Sonne vom wolkenlosen Himmel, die Vögel sind schon mit Nestbau beschäftigt und die Katzen wälzen sich genüsslich auf der Terrasse und lassen sich ihren Pelz wärmen




Die ersten Frühlingsblütchen sind am Waldrand zu finden und vereinzelt sehe ich auch schon das Scharbockskraut blühen.

Eigentlich ein klares Zeichen, dass der Frühling sich schon seine Dominanz erobert hat.




Die Krokusse leuchten mit der Sonne um die Wette und trotzdem sind noch keine Bienchen zu sehen




Heute morgen war es mir auch klar, warum.

Auf dem Schulweg meiner Jüngsten ins tiefe Allgäu waren die  Wiesen voll Raureif und 
am Tacho sah ich die Aussentemperaturanzeige auf -2 stehen.

Wir haben erst Mitte März, immer noch Spätwinter und die Energien sind immer noch ein wenig verhalten, selbst wenn das laute dröhnende Leben draussen etwas anderes erzählen will.




Einfach noch ein wenig warten, es läuft uns nichts davon, selbst wenn wir es dauernd meinen.

Hineinwachsen in das Größere, das in uns wohnt, lehrt uns der späte Winter, der gleichzeitig ein früher Frühling ist.




Einfach an unseren Ufern sitzen, in die zarte Ruhe des neuen Morgens eintauchen, in den Spiegelbildern lesen und die Tage entstehen lassen




Sing noch nicht vom Frühling
wenn die kalten Winde wehn und der Reif
des Morgens die Täler überzieht

Stumm ist der Ruf des Vogels in den frühen Stunden
und  Stille liegt überm Land

Doch höre ihr zu -  vom leisen Ahnen der blütenschweren Tage und der
Sonnenflut mag sie  erzählen

Und vom Erwachen deines Liedes, das du in Dir singst in den tiefen Stunden der Nacht

Es reift und steigt auf wie silberhelle Perlen in Deinem Seelensee










Montag, 6. März 2017





IST ER SCHON DA
ODER DAUERT ES NOCH?


In keiner Jahreszeit findet so ein Hin und Her statt wie im Vorfrühling.

Noch am Wochenende hatte es sehr starken Föhn und Temperaturen bis fast 20 Grad. 

Auf der Terrasse und im Garten war schon viel ans Werkeln zu denken und zum Teil schon gemacht, das Sitzen an der Sonne hat gut getan und der Geruch in der Nase erzählte von Frühlingsdüften.



Und heute Morgen Schnee fast in Greifweite und 3 Grad Frühtemperatur




Das Licht des Tages hat sich schon ein großes Stück von der Nacht zurückerobert, sodass unsere Jüngste ganz verwirrt war, dass es schon sechs Uhr abends ist und doch total hell.

Die Energie des Winters ist irgendwie noch nicht richtig abgeschlossen, selbst wenn die Wiesen schon grün werden.

Es dauert, bis die langen Tage wieder vertraut sind, so wie wir uns vertraut machen dürfen, aus den langen und immer wiederkehrenden "Winterschlafen" aufzuwachen.




Es ist noch so viel hin und her in der Luft und etwas davon auch in uns.

Ich habe große Hochachtung vor den Schneeglöckchen, es sind die Blumen, die am meisten zwischen den Welten sich behaupten müssen.

Kaum sind sie da, deckt der Schnee sie wieder zu, mal können sie sich richtig über die Sonne freuen, spätestens ein paar Tage später zittern sie im Frost.

Sie sind so unendlich zart und doch von einer Zähigkeit, die ich mir gerne zu eigen machen möchte.




Ein wenig Winter und etwas Frühling tragen sie in ihrem Namen, in der Farbe die Erinnerung an das Kalte und Weiße doch ihre Form läutet das Helle, Warme, Bunte ein.





Sie erzählen vom Durchbruch aus der dunklen und kalten Erde ins Licht der wiederkehrenden Sonne, vom Kampf ums Überleben aber auch von der Verbindung zwischen der Wurzel und der Blüte.

Es ist zu schaffen, sagen sie, es braucht nur Mut und den unbeirrbaren Willen, hinauszuwachsen über die eigenen Hürden.




Unerschütterlich streben sie ihrer Bestimmung entgegen, ohne sich aufhalten zu lassen. Sie schenken uns Gewissheit, dass jede dunkle Zeit zu überstehen und Wiedergeburt möglich ist.




Ach ja, und dann dürfen sie sich auch noch gegen die Farbklekse, die laut und unübersehbar ihre Köpfe in die Luft strecken, durchsetzen.






Auf den ersten Blick übersieht man die kleinen Glöckchen gerne, zu strahlend und leuchtend sind die anderen Frühlingsblumen.

Wenn ich in den Strassen unterwegs bin, sehe ich das gleiche Bild. So viele Menschen vergraben ihre Gesichter in den traurigen Erinnerungen an das Ungeliebt- und nicht angenommen sein, in den Schmerzen der Einsamkeit und Kälte.

Und andere, die ihre Eitelkeiten offen mit sich tragen und versuchen, mit ihrem glänzenden Schein ein wenig Aufmerksamkeit zu bekommen für ihre leere Seele.





Doch nichts ist zu tun, als dem inneren Plan zu lauschen, die Schritte sich an ihm auszurichten und dann zu sein, wie wir jenseits aller Vorstellungen und Konzepte gedacht waren.





März heißt Samen säen, die genährt aus der Wurzelkraft irgendwann mal ihrer Entfaltung entgegen wachsen.