Freitag, 17. November 2017





EINE ZAUBERHAFTE
ZEIT STEHT VOR DER TÜR






Ich kann es gar nicht ausstehen, wenn eine der schönsten Zeiten des Jahres durch Lebkuchen im August, geöffnete Weihnachtsmärkte Mitte Oktober, geschmückte Christbäume im November vorweggenommen wird.

Das hat sich seit Jahren schon wie selbstverständlich eingebürgert und ist nicht mehr umzukehren, weil der Konsum laufen und laufen und laufen muss, zumindest für die, die sich nur an klingenden Kassen freuen.




Nun liebe ich den November ob seiner Grauheit und wegen seiner Stille, die mich in mein Inneres zwingt.

Aber durch die Christmas Home Tour, wo ich letztes Jahr schon dabei sein durfte, werden die Tage doch etwas bunter, weil ich mich ab jetzt mit dem Schmücken unseres Hauses beschäftige und ich empfinde es jetzt als richtig, mich auf den Advent einzustimmen. Ist ja auch schon Mitte November.




So freue ich mich, Euch schon ein wenig neugierig zu machen auf eine wundervolle Tour durch österreichische Häuser, die in adventlichem Glanz erstrahlen werden.

Bis bald im rosenroten Reich.








Montag, 13. November 2017




RÜCKZUG





Es ist fast nicht zu glauben, aber wir schreiben beinahe schon Mitte November. 

Manchmal frage ich mich, ob denn die Zeit, wenn ich allein am Meer wäre, still vor mich hintreibend, nichts besonderes wollend, keinen Terminkalender im Nacken, keine laute Welt und kein Gerenne in den Geschäften, ebenso schnell verginge.




Ich weiß nur, wenn ich am Meer bin, dass die Tage dahinplätschern wie ein beschaulicher Bach und die Zeit sich dehnen lässt.




Ich meine, die Zeit ist doch subjektiv, auch wenn es ein objektives Mass gibt, aber auch da bin ich mir nicht mehr so sicher, wenn ich mal in die Quantenwelt eintauche.

Alles eine Frage des Beobachtens.




Nun bin ich nicht in einem kleinen Häuschen am Meer, sondern in einem 200 Quadratmeter Haus mit riesen Garten, dann wartet noch ein sehr getriebenes und hektisches Ländle jenseits unseres Reiches und die ganzen To-dos, die selbst mit fortschreitendem Alter nicht weniger werden.




Doch glücklicherweise wohne ich ein wenig "abgehoben" und ich habe den Bodensee quasi vor meiner Haustüre.

Das sind für mich entscheidende Parameter, um doch den Rückzug zu schaffen, den ich mir für den Spätherbst wünsche.

Denn unsere innere und äußere Natur fordern das ein, vehement und gnadenlos - man sieht es an den vielen Infektgeplagten in diesen Tagen.




Wenn ich am See bin, und das schaffe ich fast jeden Morgen, falle ich aus der Zeit. Hier hält plötzlich alles an, selbst die Gedanken im Kopf und fast meine ich, auch der Atem. Oder er bekommt eine andere Qualität, er schwingt mit dem Nicht-Rhythmus mit. 

Es hat etwas von Stillwasserzeit, jener Punkt, wenn Ebbe und Flut sich treffen und für einen Moment im leeren Raum verharren. 




Und jetzt mit zunehmendem Alter, schaffe ich es, diese Stillwasserzeit mitzunehmen, zu meinen Wichtigkeiten und den Alltagsdingen, die meinen, getan werden zu müssen.

Aber es geht leichter, mit der Ruhe in den inneren Räumen
und dem Gefühl, dass alles zu seiner Zeit genau richtig gemacht wird.




Ich habe dieses Jahr wirklich eine lange Liste an dem, was erledigt werden will, trotzdem habe ich einen inneren Rückzug geschafft und damit die Erfahrung, dass es nicht unbedingt das Häuschen am Meer braucht, auch wenn es noch so schön wäre.

Es braucht nur ein paar Augenblicke der Stille und des Bleibens an einem Ort, der zwischen den Welten wohnt.






Mittwoch, 1. November 2017





Wie aus dem grauen
September doch noch
ein goldener Oktober wurde




Es ist 1. November. 

Normalerweise bin ich nicht so der Typ, Monatsrückblicke zu machen, nachdem ich so schöne Collagen gesehen habe, habe ich mal meine Fotos durchgesichtet und festgestellt, es lohnt sich.






Insgesamt habe ich den Dahliengarten viermal besucht, er liegt ja fast auf meiner alltäglichen Lindautour.

Dreimal am Morgen und das vierte Mal habe ich die Abendsonne ausgenutzt, Ende Oktober, bevor sie nun endgültig geschnitten und die Knollen ausgegraben werden.






Eintauchen in eine Zauberwelt, so kam es mir jedesmal vor. Den Pflanzenwesen nahe zu sein macht die sonst so laute und hektische Welt seltsam klein. 






Ich mag das Wort Therapie eigentlich nicht mehr besonders, weil es etwas beschreibt, was von außen auf mich wirkt.
Therapie entsteht im Innen und wirkt ins Außen, das ist zumindest meine Erfahrung.

So habe ich das Gefühl, dass die Schönheit, die Gelassenheit, die strahlenden Gesichter der Blüten mehr in mir bewirkten, als ich gedacht hätte.







Am meisten beeindruckt mich im Nachhinein, dass ich auf den Fotos sehe, wie sie förmlich ins Leben explodieren. 
Da taucht schon die eine oder andere Frage in mir auf, wann und wo und wie es mir ebenso gelungen ist.





Oktober war auch der Monat der sensationellen Stimmungen am See. Gelegentlich hadere ich schon damit, nicht am Meer zu leben. Zur Versöhnung schenkt mir der Bodensee Bilder, die mich sehr berühren und mich dankbar machen, hier leben zu dürfen.






Es braucht hier gar keine Worte dazu, denn es ist ohnehin nicht beschreibbar.




Selbst wenn ich es dann nicht schaffe, zum See zu fahren, habe ich Traumstimmungen vor der Tür. Ich liebe es besonders, wenn sich das Abendrot im Teich spiegelt. 
Besondere Momente an meinem besonderen Zuhause.








Bunte Blätter sind die Träume des Oktober, von einem neuen Werden nach der dunklen Zeit.

--------------------------

Das Stille, das Ruhende, das Farblose steht vor der Tür.
Bald ziehen die Nebel durchs Tal und dem ersten Morgenfrost gelingt es, das Vergehen voranzutreiben.

Dann erst fallen die Blätter.






Und es wird auch Zeit für den Rückzug in uns Selbst.
Nun heißt es aufmerksam sein, um nicht in die jahresendliche Hektik zu verfallen. 

NOVEMBER

da sind die Schleier zwischen den Welten dünner und es wird leichter, los zu lassen, alles, was sich an Überflüssigem gesammelt hat. So ist in alten Kulturen der November auch ein Fastenmonat, um transparent zu werden.

Keinen Widerstand mehr zu bieten, sondern sich anzuvertrauen der höheren Bestimmung, das ist mein Wunsch an den November.











Dienstag, 10. Oktober 2017






1001 Dahlie und kein Ende in Sicht



Im Moment nütze ich die Zeit, solange die Dahlien in Blüte stehen. 

Es ist ja nicht sicher, wie lange sie noch ihre Pracht zur Schau stellen dürfen. Ende Oktober, hat es geheißen, werden sie geschnitten und die Knollen ausgegraben.
Aber ich hoffe doch sehr, dass noch kein Ende in Sicht ist.




Wobei es in den letzten Tagen gar nicht so leicht war, dass die sonnigen Momente gleichzeitig mit der freien Zeit 
zusammentrafen.







Selbst wenn sie eine Herbstblume ist, schwingt sie noch in den satten Farben des Sommers und spielt mit Licht und Schatten, wo ich mir wünschen würde, es gelänge auch mir in dieser Perfektion und Leichtigkeit.




Obwohl mir der Schatten mittlerweile ein Freund geworden ist, nicht nur durch die Fotografie, die ja vom Tanz zwischen diesen Elementen lebt.

Auch in mir kann ich mich ihm nähern und ihn seine Geschichten erzählen lassen. 




Schließlich ist er ein Teil von mir und ohne ihn bin ich nicht ganz.






Wir gehen mit Riesenschritten dem Verwelken da draußen zu. Noch ein paar schöne Tage und das Laub fällt.

Noch ein paar Sonnenstrahlen und die letzten Früchte füllen sich mit Süße.

Aber die Welt draußen kümmert sich einen Deut darum, um das Verwelken und so. 

Alles läuft auf Hochtouren, alles rennt irgendwohin, wo keiner mehr weiß, wohin. Verrückt ist alles geworden.




Und da stehe ich im Dahliengarten inmitten dieser Pracht, und eine ältere Dame meint süffisant: für fünf Euro hätte er (der Gärtner), die Wiese trocken machen können. 

Ja klar, der Tau, und 13.000 qm trocknen für fünf Euro Eintritt.

Da war ich dann echt mal fassungslos.





So wünsche ich dieser Dame und der Welt, dass es gelingt, das Herz soweit zu öffnen und den Geist zu leeren, um die Schönheit wahrnehmen zu können, wenigstens für einen Moment.





Und ich wünsche mir, dass es gelingt, mit dem Verwelken eins zu werden.

Die verstaubten Gedanken loslassen, die sich nur im Alten wälzen, die Konzepte und Vorstellungen, wie etwas zu sein oder auszusehen hat, über Bord werfen. Sich von Ideologien und Meinungen verabschieden, sind nur Konstrukte im Kopf.

Leer machen, denn der Abschied braucht Raum.
Und Vertrauen haben, dass nichts vergeht, was im Herzen gereift ist und all das bleibt, was in der Liebe ist.