Montag, 28. September 2015





EIN FOTO 




mehr braucht es dazu nicht zu sagen.

Es reicht die stille Betrachtung, um dankbar und ehrfürchtig mit allem im Reinen zu sein



Freitag, 25. September 2015





LEUCHTTURM IN DER NACHT




Heute gibt es nur zwei Fotos, einfach deshalb, weil ich Nachtaufnahme geübt habe und das noch viel mehr Zeit braucht, ein gutes Motiv zu finden, als sonst.

Aber ein Leuchtturm gibt nicht nur ein schönes Foto, sondern ist auch gleichzeitig ein Symbol.

Wir alle brauchen hin und wieder einen Leuchtturm, wenn die Nebel zu dicht werden. Wenn das Land, das wir erreichen wollen, noch weit weg ist und die See rau.

Ein Leuchtturm hat etwas Standfestes, etwas Unbeirrbares, etwas Immerwährendes in den ganzen Stürmen, die uns überrollen. Fast schon ein bisschen trotzig ragen sie in den Himmel und halten die Energie für uns aufrecht, wenn sie uns zu entschwinden droht.






Wenn der sichere Hafen das Schiff empfängt, fühlt es sich an wie ein Ausruhen von den großen und kleinen Reisen, ein wenig Innehalten, ein wenig Bleiben im geschützten Gewässer, bevor das große Meer wieder ruft.






Donnerstag, 24. September 2015








HERBST IN FARBE UND FORM


Jetzt ist er unweigerlich da, der Herbst. Auf den Bergen ist schon der erste Schnee sichtbar und am Morgen ist es mehr als nur frisch

Es fühlt sich noch etwas seltsam an, der abrupte Wechsel von diesem Intensivsommer auf Intensivherbst.







Die Herbstanemonen strahlen  in ihrem Weiß in den Tag hinein, als ob sie den Sommer retten möchten, aber die Herbstfarben übernehmen unweigerlich das Kommando.






Blätter und Äste werden zu morbiden Schönheiten bevor ihre letzter Tanz beginnt






Herbst ist eine wundervolle Zeit, es ist alles da: das üppige Feiern der reifen Früchte, die vollen und leuchtenden Farben, die goldenen Tage und die klaren Nächte, die feuchten Morgen und die noch sonnenwarmen Tage.

Es ist auch die Zeit, um selbst mal nachzufragen, was aus den Träumen und Visionen des frühen Jahres geworden ist. Sind die Blüten schon abgefallen, bevor sie aufgingen. Und sind aus den offenen Blüten Früchte geworden, die zur Ernte bereit sind.






Aber Ernte allein ist noch zu wenig. Jetzt geht es daran, sie auch zu nutzen und zu veredeln. So kann sich der Prozess vollenden.










Sonntag, 20. September 2015




Heute ist mein 
SCHÄTZSONNTAG


Ich war diesen Sommer  viel von zu Hause weg und das Neue und das Unbekannte haben mich ganz weit vom Alltag entfernt. Daran könnte ich mich gewöhnen.
Aber es ist mir ebenso bewusst, dass alles Neue, sobald es bekannt wird, unweigerlich irgendwann zum Alltag wird.

So finde ich es besonders wichtig, hier in meiner gewohnten Umgebung mich inspirieren zu lassen von den großen und kleinen Schönheiten und übe mich darin, sie bewusst wahrzunehmen und zu schätzen




Ich schätze, dass ich heute nach einer intensiven Woche richtig ausschlafen konnte und meine große Tochter Mittagessen gekocht hat und das oberlecker







Ich schätze, dass die Sonne heute ein wundervolles weiches Spätsommerlicht zaubert







Ich schätze, dass das Leben uns eine unendliche Fülle schenkt, einfach so, ohne Gegenleistung zu erwarten






Ich schätze die vielen Kleinigkeiten, die den Tag ein bisschen bunter, ein bisschen fröhlicher, ein bisschen schöner machen






Ich schätze, dass auf die Blüte die Frucht folgt und das macht mir Hoffnung, dass auch meine eigenen Blüten Früchte tragen






Ich schätze, dass es Licht und Schatten gibt und dass beides mich gleichermaßen lehrt, ihre Qualitäten zu schätzen und sie für das Weiterentwickeln zu nutzen






Und heute schätze ich ganz besonders, dass der Beginn meiner Fotoausbildung mich so zum experimentieren motiviert und dass die Ergebnisse schon ganz gut sind






DAS LEBEN IST SCHÖN







Donnerstag, 17. September 2015




DER ALLTAG HAT MICH WIEDER

das finde ich etwas lästig 

und der Herbst hält Einzug, das finde ich schön






und damit die Normalität mich nicht ganz so in Schach hält, geht es gedanklich schon wieder ans Meer








Und wenn, dann schon mitten in die Naturgewalten, die speziell in Nordjütland so prägend und allgegenwärtig sind








Wie schön man doch sieht, von wo der Wind weht - das lässt keine Zweifel offen. Ab und zu wünsche ich mir das auch, dass es keine Zweifel gibt, dass alles eindeutig ist, dass das Segel setzen so leicht ist








Es hat auch seinen Preis, denn nichts kann so nachhaltig verändern wie die Kraft des Windes und des Meeres und vermutlich  auch der menschliche Geist






Mårup ist ein ehemaliger Kirchort in der Jammerbucht auf dem Gebiet der heutigen Kommune Hjørring in Vendsyssel im Norden von Jütland. Hier befindet sich Lønstrup Klint, eine eindrucksvolle Steilabbruchkante, die nach Süden hin in die Wanderdüne Rubjerg Knude übergeht.
Der Ort bietet ein eindrucksvolles Schauspiel der Küstenerosion an einer aktiven Abtragungsküste. Vor allem der Wechsel von Stürmen, Hochwasser, Regen, Frost und Tauwetter setzt den Steilküsten zu, Frostsprengungen können zu großen Landabbrüchen führen. In den vergangenen einhundert Jahren ist die Küstenlinie um 300 Meter zurückgewichen.
Wikipedia




Die romanische Kirche wurde im 13. Jhd. errichtet.
Die schweren Stürme im Laufe der Jahrhunderte haben die Küstenlinie soweit zurückgedrängt, dass Anfang des 20. Jhd. die Kirche aufgegeben werden musste. Es erfolgte ein schrittweiser Rückbau, um die noch verbliebene Abbruchkante zu schützen. 


Wie lange die Überreste noch besucht werden können, ist ungewiss.







Gewiss ist nur der immerwährende Wandel, den es nicht nur anzunehmen gilt. Vielleicht ist es auch gut, sich ihm ein Stück weit hinzugeben, um selbst zum Wandel zu werden.





Mittwoch, 9. September 2015




Nun gut, wir leben in einer polaren Welt





Und weil das so ist, schicke ich heute mal nicht Farbenrauschbilder los, sondern Eindrücke von der radikalen Reduktion auf das Wesentliche






Die Rubjerg Knude bildet den höchsten Punkt der Steilküste von Lønstrup. Sie erreicht eine Länge von bis zu 1900 m und eine Breite von bis zu 400 m. Rubjerg Knude selbst hat eine Höhe von gut 70 m. Die oberen 20 bis 25 m bestehen aus Flugsand. Darunter liegt eine bis zu 50 m hohe Steilküste, die aus eiszeitlichen Ablagerungen aufgebaut ist, 

Wikipedia






Ich liebe es, in Fülle und Üppigkeit zu schwelgen, egal, ob es Farben sind, Blütenpracht, vielschichtige Landschaften.

Es gibt aber auch die andere Seite, das Herunterfahren auf einen winzigen Punkt, das Weglassen von Allem, was ablenkt, die mich ebenso fasziniert 







Diese Landschaft ist für mich das Symbol für das große Nichts, aus dem alles entstehen kann. In dem wir uns aber auch geborgen wissen können und unser Eingebettet sein in die Natur in und um uns spürbar wird wie selten sonst







Die Düne erstreckt sich in Nord-Süd Richtung und ist mit ihren  mittlerweile 100 m Höhe die größte Wanderdüne Europas

Der Betrieb des 1900 erbauten Leuchtturms wurde 1968 wieder eingestellt, nachdem die Düne immer höher wurde und der Leuchtturm vom Meer aus nicht mehr zu sehen war.







In den nächsten 8 - 10 Jahren wird der Leuchtturm ins Meer hinabstürzen, da der Küstenabbruch jährlich ca. 5 Meter beträgt






So ist diese Landschaft nicht nur Reduktion sondern auch stetige Veränderung. 
Nichts bleibt, nicht einmal die Leuchttürme, die den Weg weisen.

Am Schluss bleibt nur unser innerer Kompass, den es freizulegen gilt und uns die Reise zeigt, wo immer wir auch sind







Und es zeigt sich noch, dass der Weg auch wieder herausführt aus der Leere und sich Landschaften öffnen, die Fülle und Üppigkeit versprechen.






Ach, bevor ich es vergesse, das Leben hält immer wieder Mutproben bereit. Vielleicht ist diese Treppe, die von der Klippe an den Sandstrand führt, eine davon. Meine war es noch nicht.