Sonntag, 31. Mai 2015




  ICH BIN WIEDER DA





Eigentlich war ich gar nicht weg, die Zeit war nur so intensiv, dass nichts mehr übrig war für den Blog und für den Besuch bei Euch







Ich war zwei Wochen auf Amrum, aber nicht einfach so als Urlauber, sondern ich war bei Freunden in ihrem Ferienhaus und Ihrer Weinbar am Arbeiten. 







Nach dem Tod meines Vaters war die Insel der wohl passendste Ort, um tief in meine Gefühle eintauchen zu können, um zu verarbeiten, um zu trauern und mein Herz der Freude zu öffnen, um Vergangenes in Frieden ziehen zu lassen und Neues willkommen zu heißen







Der Tod eines sehr  nahen Menschen heißt auch, sich neu zu ordnen und die Segel neu zu setzen







auch ein wenig durch die rosarote Brille alles Geschehene zu betrachten und selbst den künftigen Tagen einen zarten Rosaton zu verpassen







Unter den weiten Himmel sich zu stellen und seine Segnungen zu empfangen









Ich stand oft weinend am Strand, nicht weil ich traurig war, sondern so berührt und überwältigt von der Größe und der Öffnung, die ich im Herz spürte







Wie sonst nie habe ich ich hier Himmel und Erde vereint  erlebt







und alles singt das gleiche Lied








Und nichts bleibt, nicht die Hoffnung und auch nicht die Angst, nicht die Freude und auch nicht die Trauer, es bleibt nur die Stille, die im Rauschen des Meeres und in den Gesängen des Windes in der Tiefe wohnt







Ja, irgendwie war es ein Neubeginn. Arbeiten auf der Insel war so selbstverständlich, wie meine gewohnten Wege zu Hause. Nach Feierabend an den Strand zu gehen und tief einzutauchen in die Magie des Meeres und der Wolken, einfach nur zu sein, fühlte sich so richtig an








So werde ich wohl noch intensiver meine zwei Welten verbinden, gerade so, wie sich der Himmel im Meer spiegelt






"Tag für Tag weht an uns vorbei, bringt das Boot in den Wind!
Sing ein Lied für den Ozean, sing ein Lied übers Meer.
So viele Tage und Stürme müssen vergehn,
denn wir werden uns wiedersehn" - Rio Reiser








Montag, 18. Mai 2015








Mein Vater ist gestorben





So kurz und klar es sich anhört, so still und entspannt ist er gegangen, so als wollte er sagen: macht nicht so ein Drama darum, es kommt immer wieder mal vor, im Leben die Seiten zu wechseln







Ich kann mich nicht erinnern, in meinem Leben je eine so tiefe, intensive, berührende, öffnende, trotz der Trauer befreiende Zeit durchlebt zu haben.







Es ist, als ob sich die ganze Unendlichkeit auftut und gleichzeitig das Leben sich auf einen einzelnen Punkt reduziert







Es sind Momente der Stille, die Ruhe und Hoffnung schenken, es sind Momente des Erinnerns, die Dankbarkeit und Wehmut bringen, es sind Momente, die Fragen stellen und schon die Antwort in sich tragen, es sind Momente, die keine Zweifel zurück lassen







Seit eineinhalb Jahren hat er in unserem Haus gelebt, war Teil unserer Familie,
Er hat sich an allem, was wir so treiben, gefreut, hat uns unterstützt und ermutigt, unseren Weg zu gehen und hat es immer geschafft, sich soweit zurückzunehmen, dass er in keinem Moment belastend war.







Er hat mich gelehrt, offen und mutig zu sein, er hat mich gelehrt, die Zukunft willkommen zu heißen und die Vergangenheit nicht so wichtig zu nehmen, er hat mich gelehrt, den Horizont zu öffnen und die Zäune einzureißen, er hat mich gelehrt, die Dinge so zu lassen wie sie sind und statt dessen mich selbst zu verändern, er hat mich gelehrt, dass Entwicklung in jedem Moment möglich ist.







Und so nehme ich die Zeichen, die er mir von nebenan schickt, gerne an


DANKE




























"Ich bin doch nur nach nebenan gegangen, Ich bleibe, wer ich bin und  auch ihr bleibt diesselben. 

Was wir einander bedeuten, bleibt bestehen. Nennt mich bei meinem vertrauten Namen, sprecht in der gewohnten Weise mit mir und ändert euren Tonfall nicht. Hüllt euch nicht in Mäntel aus Schweigen und Kummer, Lacht wie immer über die kleinen Scherze, die wir teilten. Wenn ihr von mir sprecht, so tut es ohne Reue und ohne jegliche Traurigkeit. Leben bedeutet immer Leben, es bleibt bestehen, immer, ohne Unterbrechung. Ihr seht mich nicht, aber in Gedanken bin ich bei euch. Irgendwo, ganz in der Nähe, nur ein paar Strassen weiter".

Henri Scott

Mittwoch, 6. Mai 2015





ES GIBT ZEITEN


da scheint alles klar zu sein, da kommt so viel Licht, da sind die Farben so intensiv







da sieht es so aus, als ob Himmel und Erde noch intensiver verbunden sind als sonst






Ich glaube, dass wir in diese Klarheit hinein unsere ungelösten Fragen stellen können.







Und Antworten bekommen, wenn wir uns öffnen für die Zeichen, die sich im Außen zeigen